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28.01.2021

Steuerrektifikationen als Personen- und Eigentumsquellen

In der Landgrafschaft Hessen existierte zwischen 1736 und 1791 eine Steuerrektifikations-Kommission, die die Aufgabe hatte, Vorarbeiten zur Erstellung von Steuerkatastern zu erstellen. Als das Kurfürstentum Hessen Anfang des 19. Jahrhunderts neu gestaltet wurde und Fritzlar und Fulda als neue Landesteile hinzukamen, wurden neue Steuerrektifikationen notwendig. In den schon vorher zur Landgrafschaft Hessen gehörenden Teile des Kurfürstentums wurden die älteren Akten teilweise weitergeführt, für Fritzlar und Fulda wurden zwischen 1833 und 1866 neue angelegt, vereinzelt auch schon davor.

Die für Fulda erstellten Akten entstanden hierbei schwerpunktmäßig v.a. in den 1850er und frühen 1860er Jahren und wurden dann in preußischer Zeit teilweise bis ins 20. Jahrhundert weitergeführt. Neben der Korrespondenz zwischen der Verwaltung in Kassel und den Vermessern, Kartographen und Steuerkollektoren vor Ort enthalten diese Akten auch Übersichten über die einzelnen Grundstücke, ihre Besitzer und die geleistete Grundsteuer, teilweise darüber hinaus auch Angaben zum Gesamteigentum der genannten Personen. Für die Ahnenforschung ermöglichen diese Akten nicht nur Einblicke in die Sozial- und Vermögensstrukturen der Ortschaften sondern lassen auch Rückschlüsse über die Bevölkerung und den Häuserstand der 1850er und frühen 1860er Jahre - und bei einigen Orten auch deutlich darüber hinaus - zu. Für die Stadt Fulda ergänzen sie auch die Adressbücher, die kontinuierlich ja erst ab Mitte der 1870er Jahre veröffentlich wurden.

Zur allgemeinen Übersicht aller kurhessischen Ortschaften von A-Z nebst Digitalisaten im Arcinsys geht es hier.

Zum schnelleren Aufrufen einzelner Ortschaften der Altkreise Fulda, Hünfeld und Schlüchtern können auch folgende Links verwendet werden (die Jahreszahlen beziehen sich auf die Gesamtlaufzeit der Akten - die eigentlichen Steuerlisten liegen also innerhalb dieses Zeitraums):

29.08.2020

Landkarten und Stadtpläne

Historische Landkarten, Gemarkungskarten und Stadtpläne können dem Ahnenforscher dabei helfen, sich ein Bild zu machen von den Grenzen und Ausmaßen historischer Räume. Sie können dabei helfen, historische Orte und Plätze zu lokalisieren und sie geben Aufschluss über geographische Veränderungen im Verlauf der Geschichte.

Die hessischen Archive haben bereits eine Vielzahl an historischem Kartenmaterial (aber auch Grundrisse und Querschnittzeichnungen von Gebäuden) unterschiedlicher Herkunft digitalisiert und stellen diese über das Arcinsys kostenfrei zur Verfügung. Einige Highlights, die von allgemeinem Interesse sein dürften, sollen hier vorgestellt werden - diese Linksammlung ist also in keinem Falle als vollständig anzusehen! Dies gilt auch für die Links zu hessischen Bibliotheken am Ende, die sicherlich nur einen Bruchteil des inzwischen verfügbaren digitalen Kartenmaterials darstellen.


1. Karten und Pläne aus dem Großraum Fulda


Jahr

Beschreibung

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1574

Karte des Fürstentums Fulda

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1600

Karte des fuldischen Amts Geisa und Umgebung

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1700

Karte des Gebiets zwischen Fulda, Michelsrombach und Schlitz

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1722

Flurkarte von Maberzell

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1723

Flurkarte von Kämmerzell

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1724

Gemarkungskarte von Rommerz

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1724

Flurkarte von Trätzhof

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1732

Grundriss über die Jagdgrenze zwischen Fulda und Buttlar

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1750

Handriss über die Straße rechts der Fulda von Hersfeld über Fulda und Flieden

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1750

Flurkarte von Flieden-Rückers

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1767

Karte der nächsten Umgebung der Stadt Fulda

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1780

Das Territorium der Reichsabtei Fulda

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1780

Karte des Bistums Fulda

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1783

Straßenkarte von Fulda nach Frankfurt durch den Vogelsberg

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1783

Straßenkarte von Fulda nach Hanau

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1842

Gemarkungskarte von Rönshausen (mit Angaben zu Besitzern)

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1842

Gemarkungskarte von Großenlüder

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1845

Gemarkungskarte von Lütterz

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1848

Gemarkungskarte von Dalherda

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1852

Stückvermessungsrisse von Allmus (mit Angaben zu Eigentümern)

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1853

Bayerische Katasterkarte von Simmershausen

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1859

Gemarkungskarte von Welkers

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1860

Gemarkungskarte von Reinhards

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1873

Einschätzungscoupons der Gemarkung Edelzell (mit Angabe der Parzellen)

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1876

Gemarkungskarte von Dalherda

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1876

Gemarkungskarte von Harmerz

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1876

Gemarkungskarte von Hattenhof

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1876

Gemarkungskarte von Oberbimbach

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1904

Karte des Kreises Fulda

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1910

Gemarkungskarte von Kerzell

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1933

Karte der Umgebung von Fulda

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1935

Flurkarte von Oberbimbach

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1936

Flurkarte von Kerzell

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1937

Schätzungskarte Oberbimbach

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1954

Amtskarten von Flieden-Rückers

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1958

Gemarkungskarte von Rothemann

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1965

Gemarkungskarte von Flieden-Rückers

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2. Stadtpläne der Stadt Fulda


Jahr

Beschreibung

Link

1552

Darstellung der Mühlen vor den Toren der Stadt Fulda

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1750

Geometrischer Grundriss der Johannes-Au (mit Angaben zu Besitzern)

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1815

Geometrischer Grundriß über die in der Vorstadt von Fulda liegende Lengsfelder-Straße

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1824

Situations-Plan der Leipziger Straße vor dem Paulustor

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1827

Plan der Stadt Fulda

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1850

Übersichtsplan der Stadt Fulda

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1868

Situationsplan über die Gemarkung Fulda

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1870

Situationsplan des Stadtschlosses und seiner Umgebung

LINK

1871

Plan der projektierten Stadterweiterung zwischen Stadtgraben und Bahnhof

LINK

1904

Stadtplan von Fulda

LINK


3. Angebote hessischer Bibliotheken

Derzeit (August 2022) noch etwas überschaubar, aber mit Blick auf die Zukunft Erwartungen weckend ist das digitale Kartenangebot der Hochschul- und Landesbibliothek Fulda auf dem Fuldaer Digitalisierungsserver FulDig. Hier sollen nach und nach weitere historische Kartenbestände in digitaler Form bereitgestellt werden: Link zum Themenportal.

Ein paar Karten mit Themenschwerpunkt Kassel und Kurhessen bietet das digitale Angebot der Universitätsbibliothek Kassel: Link.

Im Projekt TuKart der TU Darmstadt werden Landkarten und Pläne mit dem Schwerpunkt Südhessen und Hessen-Darmstadt präsentiert: Link.


4. Kartenprojekte des LAGIS

Das Landesgeschichtliche Informationssystem (LAGIS) unterhält verschiedene Kartenprojekte, die auch für den Familiengeschichtsforscher von Interesse sein können:

(1) Beim Geschichtlichen Atlas von Hessen handelt es sich um die digitale Fassung des zwischen 1960 und 1978 erschienenen Kartenwerks.

(2) Im Modul Historische Kartenwerke werden die Blätter früher erschienener Kartenwerke digital erschlossen und präsentiert.

(3) Im Modul Topografische Karten können Gebietsveränderungen und die Verschiebungen territorialer Grenzen untersucht werden. Hierbei können moderne Karten mit historischem Kartenmaterial überlagert werden.

(4) Das Urkataster+ Modul funktioniert nach dem gleichen Prinzip wie das Modul "Topografische Karten". Der einzige Unterschied ist: Hier können historische Katasterkarten über Luftbildaufnahmen und alte Stadtpläne gelegt werden, wodurch man bis auf die Häuserebene einzelner ausgewählter Städte (u.a. Fulda, Hünfeld, Burghaun) zoomen kann. Der Standort historischer Bauwerke oder Adressen wird so in der heutigen Umgebung ermöglicht. Siehe hierzu auch den Eintrag: Kataster der Stadt Fulda

(5) Der Hessische Städteatlas verfolgt das Ziel, wissenschaftlich edierte und verlässliche historische und moderne Karten hessischer Städte und Gebiete zu produzieren. Viel altes Kartenmaterial dient als Grundlage zur Erstellung moderner Fassungen eben dieser Karten. Stand August 2022 ist eine elektronische Fassung des Fuldaer Städteatlasses in Vorbereitung - vereinzelt finden sich aber auch jetzt schon Karten, die für Osthessenforscher von Interesse sein können.